Mahnung erhalten – was bedeutet das und was muss ich tun?
Aktualisiert: 22.7.2026
Was ist eine Mahnung?
Eine Mahnung ist eine private Zahlungserinnerung eines Unternehmens, weil eine Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt wurde. Üblich sind eine bis drei Stufen (1., 2., letzte Mahnung), bevor ein Gläubiger weitere Schritte einleitet.
Wichtig: In der Schweiz ist eine Mahnung gesetzlich nicht zwingend nötig, bevor jemand eine Betreibung einleiten darf. Sie ist ein kundenfreundlicher Zwischenschritt – kein Grund zur Panik, aber ein Signal, jetzt zu handeln.
Was passiert, wenn ich nicht zahle?
Reagierst du nicht, eskaliert es meist in dieser Reihenfolge: weitere Mahnung → Betreibung über das Betreibungsamt (du erhältst einen Zahlungsbefehl) → im schlimmsten Fall Pfändung. Mit jeder Stufe steigen die Kosten.
Sobald du in Verzug bist, darf der Gläubiger zudem einen Verzugszins von 5 % pro Jahr verlangen (Art. 104 OR).
Muss ich die Mahngebühr zahlen?
Eine separate «Mahngebühr» oder «Bearbeitungsgebühr» ist nur geschuldet, wenn sie vertraglich – etwa in den AGB – vereinbart wurde. Pauschale Gebühren ohne Grundlage sind bestreitbar.
Gesetzlich geschuldet ist hingegen der Verzugszins von 5 %. Betreibungskosten trägst du erst, wenn tatsächlich betrieben wird und die Forderung berechtigt ist.
Was du jetzt tun solltest
Geh die Mahnung in vier Schritten durch:
- Prüfen: Stimmt die Forderung? Hast du vielleicht schon bezahlt?
- Bei einem Fehler: schriftlich reklamieren und den Zahlungsbeleg beilegen.
- Wenn korrekt: den Betrag bis zur angegebenen Frist überweisen.
- Wenn du nicht zahlen kannst: beim Absender eine Ratenzahlung oder einen Zahlungsaufschub anfragen – viele akzeptieren das, wenn man sich früh meldet.
Häufige Fragen
Ist eine Mahnung schon eine Betreibung?
Nein. Eine Mahnung ist eine private Zahlungserinnerung. Eine Betreibung ist das offizielle Verfahren über das Betreibungsamt und kommt erst später.
Wie viele Mahnungen gibt es, bevor betrieben wird?
Gesetzlich vorgeschrieben ist keine. Üblich sind ein bis drei Mahnungen; danach kann betrieben werden. Ein Gläubiger dürfte in der Schweiz sogar ohne Mahnung direkt betreiben.
Muss ich die Mahngebühr bezahlen?
Nur, wenn sie vertraglich (z. B. in den AGB) vereinbart wurde. Der Verzugszins von 5 % pro Jahr ist hingegen gesetzlich geschuldet, sobald du in Verzug bist.
Ich habe schon bezahlt – was tun?
Zahlungsbeleg bereithalten und dem Absender melden. Manchmal kreuzen sich Zahlung und Mahnung einfach zeitlich.
Quellen: SECO KMU-Portal – Was tun bei Zahlungsverzug?
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